Monday, July 27, 2009

Udzungwa Nationalpark


Drei Wochen sind inzwischen rum , die vierte hat angefangen. Am Wochenende waren wir das erste Mal unterwegs und haben einen Ausflug gemacht. Nur einen kleinen, denn es war ein kurzes Wochenende. Am Samstag frueh sind wir Richtung Sueden gestartet, nach Ifakara. Nach 6 Stunden Busfahren, das sind so etwa 300 km, sind wir in Ifakara angekommen. Auf dem Weg sind wir am Mikumi-Nationalpark vorbeigekommen und konnten sogar kurz Giraffen, Elefanten und Gazellen sehen. Busfahren war richtig anstrengend, besonders die letzten 100km, weil die Strasse dort nicht mehr asphaltiert war und es schon ganz schoen wackelt und klappert ueberall.
In Ifakara haben wir das Bethlehem-Centre besucht. Das ist das groesste Internat fuer Kinder und Jugenliche mit geistiger Behinderung in Tansania. Wir waren total beeindruckt. Da es kirchlich getragen wird, ist es von der Einrichtung einfach gar nicht zu vergleichen mit Mehayo. Es ist so riesig und sie haben da wirklich alles, von Bauernhof ueber Felder, hinzu Fussballfeld und Swimmingpool. Leider haben die Kinder zur Zeit Ferien dort, so dass wir nicht sehen konnte, wie sie dort leben. Aber allein das Gelaende war richtig reizvoll.
Nach unserem kurzen Besuch in Ifakara sind wir mit einem Minibus ein Drittel der Strecke zurueck zum Udzungwa Nationalpark gefahren. Dort haben wir in einem ueberteuren Hotel mit Bed&Breakfast und 2-Euro-grossen Loechern im Moskitonetz fuer 50.000 Shill9inge die Nacht verbracht.






Am Sonntag morgen haben wir uns einen Guide gekauft und sind mit ihm den Weg zu den Sanje Wasserfaellen im Nationalpark hochgestiegen. Es war so anstrengend, ich waere fast auf halber Strecke liegen geblieben und am Ende habe ich mich von unserem Guide Mr. Jackson doch ueberreden lassen, dass er mir meinen Rucksack abnimmt. So hab ichs dann doch geschafft und auf den obersten Steinen des Wasserfalls zu stehen war auf jeden Fall die Anstrengung wert!






Am Nachmittag haben wir dann einen Mini-Bus zurueck nach Morogoro genommen und das war nochmal die letzte Huerde unserer Reise. Diese Minibusse sind ueblicher Weise so voll wie nur geht und so mussten wir - zum Glueck nur - die erste halbe Stunde stehen. Leider sind die Busse auch etwas niedrig und so hab ich mir bei mindestens jedem zweiten Schlagloch den Kopf an der Decke gestossen. Aber wir sind angekommen und vielleicht hatten wir auch einen Schutzengel, der uns vor schlimmerem bewahrt hat.
















Jetzt sind wir also wieder in Morogoro und der Alltag hat wieder angefangen. Was auch immer hier Alltag ist. Die letzten beiden Morgende sind wie um viertel nach 6 aufgestanden, um den Kindern zu helfen sich morgens zu waschen und anzuziehen. Und auf einmal, als waere unsere Anwesenheit der Grund, wurden die Waisen heute und gestern zur Schule geschickt. Wir haben zwei von ihnen ein Stueck begleitet, die Schule ist wirklich nicht weit, aber die beiden waren wirklich zu bemitleidenswert. Normalerweise sind sie aufgeweckte und freche Kinder, die sich raufen und durch die Gegend rennen. Diese beiden Morgende waren sie ganz klein und eingeschuechtert, mit jedem Meter Richtung Schule wurden sie langsamer und drehten ihren Kopf zurueck nach Mehayo, wohl in der Hoffnung jemand wuerde sie zurueckrufen. Ich glaube nicht, dass sie schon allzu oft den Weg zur Schule gegangen sind, sie wirkten nicht routiniert, besonders nicht im Vergleich mit all den anderen Kindern, die taeglich den Weg vor Mehayo passieren.

Ansonsten versuchen wir immernoch herauszufinden was unsere Hauptaufgabe hier sein koennte. Ich hab inzwischen das Gefuehl, dass sich in Mehayo einiges veraendert hat im Vergleich zu den Vorjahren. Ich habe erst einmal gesehen, dass jemand Art-Centre mit den Kindern gemacht hat, Music-Club hats so richtig noch nie gegeben. Aber ich bin mir inzwischen nicht mehr sicher, ob das an der Erntezeit liegt. Alle local volunteers sind in Mkundi auf der Farm, wo ein neues Huehnerhaus gebaut wird und dort muessen wohl auch die Jugendlichen sein, denn wo sind sie sonst?
Heute waren wir bei einem Hotel in der Stadt um nach Swimmingpool zu fragen, weil wir gehoert haben, dass frueher die Volunteers die Kinder mit zum Schwimmen genommen haben und die Kinder auch schon danach gefragt haben. Das Hotel nimmt allerdings 4000 shilling pro Person Eintritt, das sind etwas mehr als 2 Euro und das ist definitiv zu viel um regelmaessig einmal die Woche vier oder fuenf Kinder zum Schwimmen mitzunehmen. Vielleicht finden wir noch eine andere Moeglichkeit am Fluss in den Bergen oder in einer Schule.

Jetzt muss ich erstmal zurueck zu Mehayo, heute wird Waesch gewaschen und vielleicht finden wir ja noch jemanden, der spaeter mit uns und den Kindern Musik macht. Waere schoen!

P.S. Auf Iwonas Blog gibts auch ein peinliches Video von unserem Trip. :o

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